Behandlungsmethoden

Es gibt für Trigeminusneuralgie kein Patentrezept was Betroffene dauerhaft von dieser Krankheit heilt aber es gibt verschiedene Behandlungsmethoden welche den Schmerz und die Schmerzattacken lindern können. Neben der Schulmedizin sind hier auch alternative Behandlungen aufgeführt.

Wir möchten darauf hinweisen das keine der hier genannten Methoden zu 100% Erfolg verspricht. Wie gut eine Behandlungsmethode anspricht ist von Person zu Person unterschiedlich!

 

Medikamente

Die allgemein bekannten Schmerzmedikamente wie Ibuprofen, Dolomite oder Diclofenac sind oft wirkungslos bei Trigeminusneuralgie und entfalten ihre Wirkung auch erst viel zu spät (erst nach 30 Minuten) um Schmerzattacken zu lindern. Da diese Attacken jederzeit und ohne Vorwarnung auftreten können, in den meisten Fällen tun sie es, wird sehr oft vorbeugend zu einer medikamentösen Dauertherapie mit speziellen Schmerzmedikamenten gegriffen. Sehr häufig kommen dafür Tabletten die den Wirkstoff Carbamazepin enthalten zum Einsatz.

Hierbei handelt es sich meist um Medikamente welche Epileptiker verschrieben bekommen. Die Dosis der Medikamente wird dabei Schritt für Schritt gesteigert bis die Schmerzattacken nachlassen oder ganz aufhören. Neben Carbamazepin werden auch Oxcarbazepin und Baclofe als alternative Wirkstoffe eingesetzt. Meist als Monotherapie (nur ein Wirkstoff). Aber diese können auch in Kombination verabreicht werden wenn der Betroffene sehr starke Schmerzen hat. Bei Akuten Schmerzen kann man unteranderem stationär im Krankenhaus mit Phenytoin behandelt werden.

Mikrovaskuläre Dekompression nach Janetta

Hierbei handelt es sich um eine Operation unter Vollnarkose!

Hierbei wird in einer Operation eine kleine Öffnung in den Schädel geschaffen, hinter dem Ohr. So wird die Wurzel des Trigeminusnervs frei gelegt und zwischen der Nervenwurzel und den Blutgefäßen, die den Nerv reizen, ein kleines Kunststoffpolster gelegt. Um die 98 Prozent sind sofort oder kurz nachdem Eingriff beschwerdefrei. Aber im Vergleich zu anderen Operationen ist die mikrovaskuläre Dekompression mit einem höheren Operationsrisiko verbunden. In bis zu 3 Prozent der Fälle kann es durch die Operation zu einseitigem Hörverlust sowie Blutungen und einer Schwellung des Kleinhirns kommen. Jedoch tritt nach einer erfolgreichen Operation die Trigeminusneuralgie seltener erneut auf.

Ganglion-Gasseri-Techniken

Hierbei handelt es sich um Operationen mit örtlicher Betäubung oder Vollnarkose!

Die Ganlion-Gasseri-Techniken sind Eingriffe durch die unverletzte Haut hindurch am oder im gebildeten Nervenknoten (Ganglion Gasseri) vom Trigeminusnerv. Wenn bei einem Patienten keine Vollnarkose infrage kommt geschieht die Durchführung der Operation unter örtlicher Betäubung. Beim Eingriff selbst wird eine Nadel über die Wange bis hin zum Nervenknoten geführt. Der Operateuer zerstört dann mithilfe dieser Nadel die Nervenfasern die für die Schmerzleitung verantwortlich sind. Hierfür gibt es 3 Techniken.

– mechanisch | Ballonkompression – mit einem Ballonkatheter
– thermisch | Thermokoagulation – durch Hitze über eine Sonde
– chemisch | Glyzerinrhizolyse – durch Glyzerin

Durch die Ganglion-Gasseri-Techniken kann man hohe Erfolgsraten bis über 90 Prozent erzielen bei der Trigeminusneuralgie-Therapie. Sehr viele Betroffene sind auch nach Jahren beschwerdefrei. Doch vorallem bei der Ballonkompression kann es sein das die Trigeminusneuralgie nach einer gewissen Zeit erneut auftritt. In sehr seltenen Fällen kann so ein Eingriff auch zu einem Dauerschmerz (Anaesthesia dolorosa) führen. Nebenwirkungen einer Operation nach Ganglion-Gasseri-Techniken kann sein das die Berührungs- und Druckempfindlichkeit sich vermindert oder die Betroffenen Empfindungsstörungen in der betroffenen Gesichtshälfte haben.

Radiochirurgisches Verfahren

Radiochirugische Verfahren stellen einen schonendere Alternative zu Operationen dar.

Hierbei wird nach der sogenannten Gamma-Knife oder Cyber-Knife der Trigeminusnerv nahe des Hirnstamms einmalig mit einer hohen Strahlendosis bestrahlt. Ein operative Öffnung des Schädels wie bei Ganglion-Gasseri-Techniken ist nicht erforderlich. So ist auch die Komplikationsrate geringer aber gleichzeitig die Erfolgsaussichten niedriger. Wird dieses Verfahren an Betroffenen durchgeführt die sich vorher keiner anderen Operation (siehe oben) unterzogen haben sind 63 bis 75 Prozent der Patienten mit Trigeminusneuralgie danach schmerzfrei. Wenn eine andere Operation stattgefunden hat im Vorfeld sind die Erfolgsaussichten deutlich schlechter. Auch tritt die Wirkung dieser Therapie erst viel später ein als bei anderen Verfahren und Operationen. Oft dauert es einige Woche bis eine spürbare Schmerzlinderung einsetzt.

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